In den Sommerferien durfte ich das Privileg genießen, an einer DeutschenSchülerakademie (DSA) teilzunehmen, viele neue Erfahrungen zu sammeln, neue Freunde zu finden und meinen Wissenshorizont zu erweitern.
Die DSA ist eine außerschulische Bildungsveranstaltung für motivierte, deutschsprachige Schüler (auch aus dem Ausland), die über ein hohes Interesse an vielen verschiedenen Themen verfügen und sich mit anderen motivierten Jugendlichen austauschen und intellektuell herausfordern wollen.
Im Vorfeld hat man im Rahmen der Bewerbung die Möglichkeit, sich für einen Erst- bis Fünftwunsch aus dem Kursangebot zu entscheiden, die Fragestellungen aus sehr breit gefächerten Fachrichtungen behandeln und meist zwei Themen, die auf den ersten Blick nicht direkt zusammenhängen, zu kombinieren. In meinem Fall waren dies Medizin und Wirtschaft unter dem Kurstitel „Notfallmedizin und Pharmalogistik“. Innerhalb von 16 Tagen durfte ich von meinen Kursleitern, einer Notärztin und einem Logistikmanager bei DHL, viele hochinteressante Inhalte erlernen, ohne dass es sich dabei angefühlt hat, als würde ich lernen. Denn der große Unterschied zur Schule besteht darin, dass nicht nur alle Teilnehmenden intellektuell sehr leistungsfähig sind, sondern vor allem ein sehr großes Interesse an den Themengebieten haben und viel Motivation mitbringen, was eine sehr angenehme Atmosphäre schafft.
Bereits im Vorfeld sollten wir ein wissenschaftliches Dokument zu einem Körperteil, bei mir „Schädel und Gehirn“, anfertigen sowie uns Grundlagen der wirtschaftlichen Nomenklatur aneignen, sodass ein Kursaustausch auf universitärem Level ermöglicht wurde.
Nachdem wir uns gegeseitig die wissenschaftlichen Poster vorgestellt hatten, konnten wir uns mit unseren gemeinsamen Grundlagen über die menschliche Anatomie mit den pathologisch komplexeren Erkrankungen beschäftigen. Normalerweise würde dies etwa auf dem Niveau des ersten beziehungsweise zweiten Semesters stattfinden, jedoch ist dies bei der Medizin eher schwierig gestaltbar, da die ersten vier Semester im Regelstudiengang nur naturwissenschaftliche, anatomische und physiologische Grundlagen behandeln, unser Fokus aber auf die Notfallmedizin gelegt war. Daher erhielten wir von unserer Kursleiterin auch Studiendokumente des zehnten Semesters. Zudem durften wir wertvolle Schemata zur strukturierten Behandlung eines Patienten vom Unfallort bis hin zum OP-Tisch erlernen und selbst ausprobieren. Mein Wunsch, unbedingt Medizin studieren zu wollen, hat sich dabei jeden Tag intensiviert und fundiert.
Im anschließenden Wirtschaftsteil erlernten wir, wie man ein Unternehmen aufbaut, welche pharmalogistischen Besonderheiten es dabei gibt und wie man dies möglichst effizient gestalten kann. Uns wurden wissenschaftliche Studien an die Hand gegeben, anhand welcher wir uns möglichst realistisch mit der Thematik auseinander setzen konnten. Unser medizinisches Vorwissen bot uns hierbei eine gute Grundlage zum Verständnis der Lagerung und Bedeutung verschiedener Notfallmedikamente. So kamen auch Unternehmensnamen wie „Ketamina“ zustande, dem scheinbaren Allheilmittel, mit dem man sogar bei starker Überdosis und hohem Ungeschick kaum einen Patienten umbringen könnte.
Die Unterbringung fand in dem Europäischen Internat Waldenburg statt, welches viele differenzierte Möglichkeiten zur Beschäftigung in der Freizeit, beispielsweise durch eine Turnhalle, einen Sportplatz und Orchesterräume, ermöglichte. So konnten wir mit einen studierten Musiklehrer einen kursübergreifenden Chor, ein Orchester und verschiedene kleine Bands auftstellen, an welchen jeder teilhaben konnte und somit das öffentliche Abschlusskonzert in der Kirche Waldenburgs bereicherte. Außerdem fanden Schach-, Basketball-, und Tischtennisturniere statt, die eigens organisiert wurden. Gleichzeitig gab es gemeinsame Fußball- und Volleyballspiele, kreative Angebote wie das Besticken von Jeans und Diskutiergruppen über diverse Themen von innermathemmatischen Fragestellungen bis hin zu Denkanstößen zur russischen Oppositionspolitik. Grundlegend ein sehr buntes Programm, wobei sich für spezifizierte Interessen bis hin zu ´übermotivierten Strebertätigkeiten´ wie das morgendliche Joggen um 6 Uhr immer jemand finden ließ, der ebenso interessiert und motiviert daran teilnehmen wollte.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die DSA eine einzigartige Möglichkeit darstellt, nicht nur gleichgesinnte Freunde zu finden, sondern sich intellektuell angemessen herauszufordern, über sich hinauszuwachsen, und einfach eine wundervolle Zeit in den Sommerferien zuzubringen. Ich bin sehr dankbar dafür, und kann es jedem, der die Gelegenheit dazu bekommt, nur wärmstens empfehlen, daran teilzunehmen; eine Entscheidung, die man nicht bereuen wird!
Ruth Wierling (Jgst. 12)





































