Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern, ehemalige Schülerinnen und Schüler, Kolleginnen und Kollegen, liebe Gäste,
ein großes, buntes Schulfest bei herrlichstem Spätsommerwetter liegt hinter uns und hat vielfältige Eindrücke hinterlassen. Einige davon haben wir in Bildern hier hinterlegt.
Wie ich schon zur Begrüßung sagte, war dies nicht der Anlass für ausufernde Reden. Wer mag, kann hier nachlesen, was ich gesagt hätte, wenn ich eine Rede hätte halten wollen und damit auch, welche Gedanken mir als Schulleiter zu diesem Jubiläum eingefallen sind.
Nun kann man sich zunächst fragen, was denn eigentlich gefeiert werden soll: Es ist nicht das Leben, die zurückgelegte Wegstrecke, wie bei einem runden Geburtstag bei uns Menschen, und für eine Schule sind 60 Jahre noch nicht einmal eine besonders lange Zeit. Sollen wir feiern, dass das Gebäude – das noch keine 60 Jahre alt ist – so lange standgehalten hat (was ja vielleicht auch wirklich nicht selbstverständlich ist)?
Das alles wohl eher nicht. Dennoch sind runde Geburtstagsfeiern immer ein willkommener Anlass für ein buntes Fest, für Musik, für Spiele, für Unterhaltung und Begegnung. Ein Ort, der sonst eher für uns alle ein nüchterner Arbeitsplatz ist, soll einem großen Fest dienen, zu dem wir voraussichtlich ca. 3500 Menschen begrüßen.
Am Anfang stand eine Reformidee, die ihrer Zeit, so kann man, denke ich, im Rückblick sagen, ein paar Jahrzehnte voraus war. Im Gründungsaufruf der Schule steht, sie sei vor allem auch für die „bildungsfernen Schichten des Duisburger Südens“ und damit auch konsequenterweise als erstes Ganztagsgymnasium in NRW eingerichtet worden. Man dachte an die Tausenden von Arbeiterfamilien, die vor allem in den verschiedenen Werksteilen von Mannesmann ihren Lebensunterhalt verdienten und deren Kinder traditionell von höherer Bildung eher ausgeschlossen blieben. Im zu großen Teilen aber auch recht bürgerlichen Duisburger Süden kam die Idee nicht überall gleichermaßen gut an, und vor allem der Ganztag wurde im ideologischen Grabenkampf zwischen den beiden großen Parteien aufgerieben. Dies brachte die Schule kurzzeitig auch in Existenznöte.
Unserer langjährigen Schulleiterin, Frau Keens, ist es zu verdanken, dass durch eine vorsichtige Reform des Ganztages die Schule in den fast drei Jahrzehnten ihres Wirkens hier an der Schule wieder in die Erfolgsspur kam. Umso mehr freut es mich, dass wir inzwischen zu den Ideen des Anfangs zurückgefunden haben: Das MMG ist wieder eine reine Ganztagsschule, die ideologischen Auseinandersetzungen sind vergessen, hier wird einer gewandelten gesellschaftlichen Realität Rechnung getragen und die Schülerinnen und Schüler werden nicht durch einen Betreuungsverein „beaufsichtigt“, sondern erhalten, begleitet durch ihre Lehrerinnen und Lehrer, vielfältige Angebote über den eigentlichen Unterricht hinaus.
Wie starten wir in die nächsten 10 Jahre? Das MMG ist das Gymnasium für alle Kinder und Jugendlichen im Duisburger Süden. Wir stehen für Weltoffenheit und Toleranz. Wir verteidigen die demokratischen Grundprinzipien unseres Staates und halten daran fest, dass Europa unsere Zukunft sein muss und wird, gegen alle nationalistischen Bestrebungen. Bei uns ist jeder willkommen, egal, wo er herkommt, egal, woran er glaubt, egal, ob er reich oder arm ist, ob der Vater oder die Mutter Arbeiter oder Firmenbosse sind. Der Mensch steht im Mittelpunkt und trennendes wie Religion, Herkunft und auch stereotype Geschlechterzuweisungen wollen wir mehr und mehr überwinden. Dafür stehen wir auch als Europaschule und als Schule mit Courage.
Dr. Stefan Zeyen, Schulleiter
























































